Die Bosnischen Pyramiden 1

Die Bosnischen Pyramiden 1

Im August 2018 hatte ich das große Glück, nach Bosnien zu reisen und dort an einem sechstägigen Seminar mit Marko Pogacnik teilzunehmen. Wir hatten ja den Mammutsommer und schwindelige 40 Grad in Deutschland, doch bezaubernderweise lagen die Temperaturen in dieser Woche konstant bei 24 Grad im Balkangebiet. Um die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen und möglichst viel von der Landschaft zu sehen, buchte ich meine Reise mit dem Flixbus ab München, was sich als praktikabel, wenn auch wenig bequem herausstellte, da der Bus komplett ausgebucht war. Es stellte sich heraus, dass ich die einzige Deutsche war, denn als man die Grenze passiert hatte, war selbst vom Bordpersonal nur noch Bosnisch zu hören. Nun, ein Abenteuer. Also entschloss ich mich, so lange wie möglich zu schlafen, was mir aber aufgrund der engen Sitzplätze nicht wirklich gelang. Die Stimmung im Bus wurde ausgelassener, da die meisten wohl auf der Heimreise zu ihren Familien waren. Ich genoss dieses Eingebettetsein und wartete darauf, dass die Stunden vergingen.

Meine Gedanken kreisten schon seit Langem um das Ziel, dem wir uns näherten und die leere Erwartungslosigkeit, die ich gar nicht in mir kannte. Es war mehr ein abgeklärtes Gefühl, diese Reise erledigen zu müssen, als fiebriges Sehnen. Ich spürte sehr lange zu diesen Pyramiden, von denen ich viel gehört und gelesen hatte, doch der Geist des Ortes offenbarte sich keineswegs. Wie ich später erfahren sollte, war das mehreren Teilnehmern so gegangen. Nach 24 Stunden Fahrt, die Flixbus eigentlich als 17 Stunden ausgewiesen hatte (man brachte aber die Mitreisenden gefühlt in jedes 20-Seelen-Dorf vor die Haustüre) bemerkte ich am Rand der Autobahn ungefähr schon 200 Kilometer vor Destination pyramidenartige Gebirgszüge, die mal mehr oder weniger ausgeprägte Charakteristika aufwiesen. Es war früh am Morgen und die Sonne spielte gleißend in den dunkelgrünen Bergen. Bei all dieser Schönheit lag aber dennoch eine Art Schleier über allem, der mich sehr irritierte. Wieder drang ich nicht vor zum Wesen des Ortes. Sonst kann ich schon virtuell Kontakt mit dem Naturreich aufnehmen und zumindest ein diffuses Gefühl für die Elementare Welt erhalten, aber ich fuhr durch eine verschlossene Landschaft.

Dann sah ich sie: die Sonnenpyramide und wie ein Blitz wurde mir offenbar, dass diese größer, mächtiger und akkurater gezeichnet war, als die Berge vorher. Erst jetzt stellte sich eine gewisse Erregung und ich bemerkte, wie ich in mich hinein lächelte. Ja, diese Pyramide war wirklich einzigartig!

 

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