Sonnwendritual

Sonnwendritual

Am Freitag den 21.6. hatten sich 15 Personen zusammengefunden um traditionell das Fest der Sonnenwende im Einklang mit den Elementen Licht und Feuer zu feiern. Nachdem wir uns in der goldenen Atmosphäre des Spätnachmittags Blumenkränze aus heimischen Kräutern und Blüten geflochten hatten, stimmten wir uns auf die Rituale des Abends ein und traten anschließend die Reise zum Sonnentempel an. Hierbei handelt es sich um eine Kreisgrabenanlage aus vorgeschichtlicher Zeit, die später als Wehranlage diente. Sie ist spiralförmig angeordnet in drei Abteilungen, was für den kultischen Verwendungszweck spricht. Das Wissen, ein altes Ritual an solch geschichtsträchtigem Ort abhalten zu können, stimmte uns erwartungsvoll. Wir hatten mehrere Etappen eingeplant, in denen wir uns von alltäglichen und weltlichen Anhaftungen trennen wollten. Als die Schwelle zur Anderwelt überschritten war, konnten wir den heiligen Kreis eröffnen und die Naturwesen, Ahnen und die liebende Sonne in unsere Mitte einladen. Auch der Wächterbaum erwartete unsere Ankunft bereits und der Ort war voll wispernder Vorfreude. Zunächst folgten wir dem Ruf des eigenen Feuers, das wir zu unserer Geburt erhalten hatten und in unserem Körper zu lokalisieren suchten. Wir stellten fest, dass es oft schwierig ist, das eigene Feuer authentisch im Alltag auszudrücken. In kreis- und spiralförmiger Anordnung schwangen wir uns ein und spürten die Qualität des eigenen Feuers.

Auch die liebevolle Begegnung der Naturgeister und des Menschen, den wir an diesem bezaubernden Ort repräsentieren durften, war ein wichtiger Aspekt unserer Reise. Die Welt durch einen anderen Filter wahrzunehmen war eine Übung, die Naturwesen und auch die Naturwesen im anderen kennenzulernen. Dabei stellte sich heraus, dass die Teilnehmer sehr viel Kreativität mitbrachten, diese Seite im Gegenüber herauszukitzeln. Der spielerische Zugang machte uns große Freude. Obwohl das Tageslicht sich an diesem Tag verschwenderisch zur Verfügung stellte, mussten wir nun in Dunkelheit den Wald verlassen und zum heimischen Sonnwendfeuer zurückkehren, das bereits warm und lodernd auf uns wartete. Den traditionelle Segen sprachen wir mit Räucherungen heimischer Kräuter aus und mit einem Blick auf den westliche Himmel stellten wir fest, dass unsere liebevolle Zuwendung an die beseelte Natur von den himmlischen Mächten bemerkt worden war. Auch an der Ostsee hatte man unser Ritual begleitet und im 2. Bild seht ihr, dass die Energie der Aufmerksamkeit gefolgt ist:

(Bild 1: Himmel nach unserem Ritual, im Hintergrund unser Berg)

(Bild 2: Zur gleichen Zeit an der Ostsee von einem Fernteilnehmer nach dem Ritual aufgenommen)

(Bild 3: In geselliger Runde saß man noch bei Musik und Schmaus um das Feuer und waren sehr glücklich zusammen)

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